|
Außerordentliche Gesellschafterversammlung der Deutschlandfonds
Am 23.05.2007 fand in München die außerordentliche Gesellschafterversammlung der beiden Deutschlandfonds statt. Für die ARGE-DBVI haben an dieser Gesellschafterversammlung die Rechtsanwälte Alexander Heinrich von TILP Rechtsanwälte und Lars Schmidt von der NIEDING + BARTH Rechtsanwaltsaktiengesellschaft teilgenommen, um die Interessen der Anleger und Mandanten der ARGE-DBVI zu vertreten.
Wesentlicher Punkt der Tagesordnung der außerordentlichen Gesellschafterversammlung war die Beschlussfassung über die Veräußerung sämtlicher Fondsimmobilien und damit über die Existenz der beiden Deutschlandfonds. Wie Herr Grau als geschäftsführender Kommanditist der beiden Fonds erläuterte, drängen die Gläubigerbanken die Fondsgeschäftsführung dazu, die Fondsimmobilien zu veräußern. Andernfalls würden die Darlehen, die die Fonds durch den Ausstieg der DBVI AG als Hauptkommanditistin übernommen haben, fällig gestellt und die Fondsimmobilien zwangsverwertet.
Aus diesem Grund hat die Fondsgeschäftsführung bereits Kontakt zu mehreren nationalen und internationalen Investoren aufgenommen, von denen sechs bereits Angebote für den Erwerb des gesamten Immobilienportfolio beider Fonds abgegeben haben. Diese Investoren wurden in ein strukturiertes Bieterverfahren übergeleitet, so dass eine Veräußerung an den Investor mit dem attraktivsten Übernahmeangebot erfolgen kann.
Um den Verkauf zu ermöglichen, sollte die Gesellschafterversammlung die Fondsgeschäftsführung durch Beschluss ermächtigen, dass das Immobilienportfolio einzeln oder im ganzen jederzeit veräußern zu können. Ob dieser Beschluss gefasst wurde, kann noch nicht mitgeteilt werden, da die Abstimmungsergebnisse am Ende der Gesellschafterversammlung nicht vorlagen. Diese werden erst in der nächsten Woche bekannt gegeben. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Beschlussvorlage angenommen wurde.
Die Vertreter der ARGE-DBVI haben in diesem Zusammenhang von der Fondsgeschäftsführung absolute Transparenz bezüglich des Bieterverfahrens und der weiteren Abwicklung der Deutschlandfonds gefordert. Dies wurde von der Fondsgeschäftsführung zugesichert. Selbstverständlich werden wir für unsere Mandanten das weitere Vorgehen überprüfen und das Angebot der Fondsgeschäftsführung wahrnehmen, in die Unterlagen des Bieterverfahrens Einsicht zu nehmen.
In diesem Zusammenhang teilte die Fondsgeschäftsführung mit, dass bei einer sich abzeichnenden Verwertung der Fondsimmobilien unter Berücksichtigung der bestehenden Verbindlichkeiten der Fonds im Falle der Liquidation mit einem Auseinandersetzungsguthaben von ca. 50 % für den Deutschlandfonds und ca. 30 % für den 2. Deutschlandfonds zu rechnen sei. Diese Einschätzung sei jedoch nicht abschließend. Nach Ansicht der ARGE-DBVI sind diese Schätzungen vor allem deshalb nach unten zu korrigieren, da mit dem (Teil-)Ausfall der Inhaberschuldverschreibungen der insolventen Privatbank Reithinger zu rechnen ist.
Im weiteren Verlauf der Gesellschafterversammlung stand insbesondere Herr Pape als Geschäftsführer der Treuhandkommanditistin Procurator Treuhand GmbH im Kreuzfeuer der Kritik. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, dass er die Interessen der Anleger und Treugeber in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart nicht gewissenhaft vertreten habe. Auch wurde die unzureichende Informationsweitergabe durch die Procurator Treuhand GmbH bemängelt.
Auch die ARGE-DBVI prüft für Ihre Mandanten, rechtliche Schritte gegen die Procurator Treuhand GmbH einzuleiten. Dabei spielt der Umstand eine zentrale Rolle, dass die Procurator Treuhand GmbH für Dienstleistungen im Rahmen der Darlehensvermittlung Provisionen erhalten hat.
Insgesamt ist es für Anleger gerade in dieser entscheidenden Phase für die Zukunft der Deutschlandfonds wichtig, alle Vorgänge der Vergangenheit und Gegenwart einer rechtlichen Prüfung unterziehen zu lassen, um die den Anlegern zustehenden Rechte zu wahren.
Fazit: Die Fondsimmobilien der beiden Deutschlandfonds dürften wohl in naher Zukunft verkauft werden und die Fonds liquidiert werden. Dieser Liquidationsvorgang dürfte allerdings mindestens bis ins Jahr 2009 andauern.
|